Den Taktstock mal weglegen
- Antonia Dittrich
- 19. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Was passiert eigentlich, wenn man den Taktstock kurz aus der Hand legt?
Ich saß letzte Woche am Ende eines individuellen Einzelretreats mit einer Klientin zusammen. Drei Tage lang hatten wir gemeinsam ihren ganz persönlichen Ozean dirigiert.
Es war kein klassisches Wellness-Wochenende. Es war eine Reise durch die Schichten.
Begonnen haben wir ganz sanft: 30 Jahre Yoga-Erfahrung flossen in Einzelsessions, in denen es nicht um die perfekte Pose ging, sondern darum, dem eigenen Atem wieder zu folgen, statt ihn zu kontrollieren. Ich habe gesehen, wie sich die Gesichtszüge mit jedem Atemzug entspannten – ein tiefes Ankommen im eigenen Körper.
In den ayurvedischen Kalari-Massagen durfte die gestaute Energie des Business-Alltags abfließen. Es ist faszinierend zu beobachten, wie der Körper weich wird, wenn er sich sicher fühlt.
Doch die eigentliche Magie geschah in der Tiefe: In einer Rückführung und einem intensiven Clearing haben wir die 'bleiernen Hindernisse' angeschaut, die oft unbewusst im Hintergrund mitlaufen und so viel Kraft kosten. Wenn diese Fesseln fallen, entsteht ein Raum für eine neue, goldene Freiheit.
Wir sind in der Dämmerung schweigend gewandert (Walking Meditation) – ein Moment, in dem die Grenzen zwischen dem Ich und der Welt verschwimmen. Wir haben über Energetik gesprochen und wie sie als Handwerkszeug für ihren Alltag genutzt werden kann, damit sie diese Klarheit mit nach Hause nimmt.
Was bleibt nach diesen drei Tagen? Es ist nicht nur die Erinnerung an das Salzbad in der Therme oder die Stille des Waldes. Es ist ein veränderter Seelenrhythmus. Meine Klientin reiste nicht nur erholt ab, sondern ausgerichtet und ausgestattet mit Werkzeugen im Gepäck, um ihre Macht im Alltag wieder aus der eigenen Quelle zu speisen.
Solche individuellen Einzel-Retreats sind für mich die reinste Form meiner Arbeit. Drei Tage, in denen ich den Raum halte, damit eine Frau wieder zur Dirigentin ihres Lebens werden kann.
Manchmal muss man kurz untertauchen, um danach mit neuer Kraft auf den Wellen zu reiten.





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